22.03.26: Abiturfeier in der Festhalle
Bericht: Frau Knörzer, Fotos: Herr Herbort
Zu den hymnischen Klängen von Coldplays Viva la vida zelebrierten die 67 frisch gebackenen Abiturient*innen ihren Auftritt in die prall gefüllte Pirmasenser Festhalle.
Der Jahrgang feierte seine Leistungen und Anstrengungen spontan und wortgewandt und hatte auch für die Lehrenden, die Schulleitung und das Sekretariat viele Worte und Zeichen des Dankes dabei.
Im Zentrum des Abends stand natürlich die Überreichung der Abiturzeugnisse. Schulleiter Thomas Mohr hatte hier bei 67 Abiturient*innen in fünf Durchgängen alle Hände voll zu tun. Zur visuellen Untermalung und Auflockerung diente derweil ein Video, welches die Schüler*innen im Foyer der Schule zeigte, ihre Namenszüge mit Kreidestift auf eine Scheibe schreibend.
31 der Absolvent*innen – das sind 45% der Jahrgangsstufe - konnte sich über einen Abiturdurchschnitt mit einer 1 vor dem Komma freuen. Einmal gar wurde die Traumnote 1,0 vergeben und zwar an Benedikt Heim, der damit auch Träger des Slodki-Gedächtnis-Preises für die beste Gesamtnote wurde. Eine Vielzahl an weiteren Preisen wurde von Vertreter*innen aus Politik, Elternschaft und Lehrerkollegium überreicht. Die Laudator*innen zeigten sich dem Anlass entsprechend perfekt vorbereitet und würdigten die Leistungen der Preisträger*innen neben der Überbringung von Urkunden und Sachpreisen durch liebevoll aufbereitete Zitate, recherchierte persönliche Geschichten, satirische Meldungen und spontane Bezugnahmen auf Vorredner, die sicher in Erinnerung bleiben werden.
Bei so überragenden Leistungen und einer Fülle an Preisträger*innen fast schon widersprüchlich das Motto der Jahrgangsstufe „...bestanden mit Maß" und Bürgermeister Michael Maas konnte in seinen Grußworten dann richtige Schlagworte finden für die Stärken, die die jungen Erwachsenen bereits gezeigt haben und hoffentlich zukünftig gewillt sein werden zu zeigen: Fleiß, Neugier, Durchhaltevermögen, Zulassen von Zweifeln, kritisches Denken, Fragen stellen, sich nicht mit einfachen Antworten zufrieden geben.
Auch Schulleiter Thomas Mohr ließ traditionell bewusst tiefer blicken als bis auf den Boden des im Abimotto genannten Schorleglases. Früher war alles besser, langsamer, billiger, sicherer? Mit persönlichen Anekdoten und Vergleichen versuchte er die These, dass früher alles besser gewesen sei, zu widerlegen, um auszudrücken, dass wir zwar in herausfordernden Zeiten leben, aber vor lauter Doomscrolling (d. h. exzessivem Konsumieren negativer Nachrichten) dazu neigen, vieles schlechter zu reden als es ist.
Statt alles negativ zu reden möge unsere Generation das Positive sehen, sich von Abhängigkeiten lösen, das Klima schützen und drauf schauen, wem wir die Zukunft anvertrauen. Ein klarer Auftrag, damit wir eben nicht in ein paar Jahren wirklich sagen müssen: Früher war alles besser. Oder mit Mark Twain: If you want to change the future, you must change what you're doing in the present.
Mit ihrem anschließenden Klaviervortrag von Ludovico Einaudi und damit dem einzigen künstlerischen Beitrag im offiziellen Teil des Abends hat Berfin Turan das Fähnchen hochgehalten für ihre Stufe. Aber zu späterer Stunde durften wir eine Kostprobe davon hören, dass eine Reihe an potentiellen Verantwortungsträger*innen und Zukunftsverbesserer*innen im Jahrgang noch schlummert und vielleicht noch zu sehr nach Maß arbeitet?
Die Zeit zwischen dem offiziellen und inoffiziellen Teil des Abends bot neben der kulinarischen Versorgung am Büffet (die Hauptspeisen kamen vom Partyservice Hill; eine Vielzahl an Salaten und Nachspeisen wurden von den Familien der Abiturient*innen zubereitet und gespendet) auch Raum für ausgedehntes soziales Miteinander, was bei mancher vergangener Abiturfeier auch schon aufgrund eines Überangebots an Programmpunkten fast zu kurz gekommen ist.
Der inoffizielle Teil des Abends überraschte die Anwesenden dann mit kleinen, aber feinen Beiträgen.
Mit tosendem Applaus und Forderung nach mehreren Zugaben wurde die Abiband bedacht, die mit Nils Rötschke an der Gitarre, Bill Le am E-Piano, Lina Christoph am Bass und Vicky Christoph am Schlagzeug (oder anders herum?) überzeugend groovte und den 11 sicheren Sänger*innen eine gute Basis bot. We don't need no education von Pink Floyd ließ den Saal erbeben und I was made for lovin you von Kiss sang im Refrain der halbe Saal mit. Selbst eine Zugabe von Metallica (For Whom the Bell Tolls) hatte die Truppe vorbereitet und souverän abgeliefert. Der Performance zollt Respekt und hätte durchaus auch den offiziellen Teil bereichern können.
Auch die Frauentanzgruppe zeigte sich perfekt vorbereitet und begeisterte mit synchronen Moves und einigen Hebefiguren zu einem Medley von Dua Lipa über Rihanna und Dirty Dancing bis Beyonce.
Kreative Spiele mit den LK-Lehrer*innen, mal als Windeln wickelnde Adoptiveltern und mal als Gesichtserkenner*innen von Kinderbildern, wurde von Johanna Germann und Nils Rötschke gekonnt moderiert und konnten so auch über gewisse Längen hinweg amüsieren.
Top vorbereitet wurde im abschließenden Ranking der Stufe sogar noch das Publikum per QR-Code-Scan einbezogen und dann in die Nacht verabschiedet.
Die gesamte Schulgemeinschaft gratuliert noch einmal ganz herzlich zum bestandenen Abitur und wünscht der Jahrgangsstufe alles Gute auf dem weiteren Lebensweg!




