22.-24.04.26: Studienfahrt nach Weimar
Drei Tage, eine Stadt voller Geschichte – und zwei Kurse, die mit neuen Eindrücken zurückkehrten. Vom 22. bis 24. April erkundeten der Deutsch-LK (Herr Faul) sowie der Sozialkunde-LK (Frau Jacoby) der 12. Jahrgangsstufe Weimar: die Stadt der Klassik, des Bauhauses und eines dunklen Kapitels deutscher Geschichte.
Stadtrundgang
Nach längerer Bahnfahrt bezog man das Hostel am Bahnhof und begab sich auf einen orientierenden Stadtrundgang: Von der alten Jakobi-Kirche (dort das Grab von Lucas Cranach d. Ä. sowie das Kassengewölbe, dem Sammelgrab, in dem Schiller zunächst bestattet wurde) ging es zur Herder-Kirche mit dem berühmten Cranach-Altarbild. Dann vorbei am Nationaltheater über die Esplanade (Schillers Wohnhaus), streifend Goethes Stadthaus zum Marktplatz mit Blick auf die vielen Renaissance-Fassaden. Von dort zum Park an der Ilm mit Blick auf das Stadtschloss, Goethes Gartenhaus und das Haus seiner ersten Weimarer Muse: Frau von Stein. Den Abschluss bildete eine Außenbesichtigung der Bauhaus-Universität mit ihren Henry Van de Velde- Gebäuden. Der Kommentar der Schüler zur Atmosphäre war eindeutig: „idyllische Stadt", „gediegene Atmosphäre", „entschleunigte Stimmung", „viele kleine Gässchen, wunderbare Hausfassaden und viele Parks".
Gedenkstätte Buchenwald
Den eigentlichen Auftakt bildete der Besuch der Gedenkstätte Buchenwald – ein Ort, der niemanden unberührt ließ. Die Ausstellung mit Fotos und persönlichen Gegenständen machte das Leid der Häftlinge unmittelbar greifbar, das Krematorium hinterließ betretenes Schweigen. „Erschütternd und mahnend" – so fasste eine Schülerin den Eindruck zusammen.
Goethes Wohnhaus & Nationalmuseum
Wer dachte, Goethe sei vor allem Dichter gewesen, wurde im Wohnhaus eines Besseren belehrt. Der Universalgelehrte sammelte leidenschaftlich – Steine, Gemälde, Drucke und Stiche, antike Statuen. Neben dem knarzenden Dielenboden und dem Arbeitszimmer begeisterte vor allem der Garten: „sehr friedlich und einladend romantisch". Das Nationalmuseum ergänzte das Bild um Goethe als Naturforscher und Maler.
Iphigenie auf Tauris
Der Abend im Deutschen Nationaltheater bot eine Aufführung der besonderen Art: Drei Schauspieler teilten sich die Rolle der Iphigenie und zeigten so ihre tragisch-innere Zerrissenheit zwischen den streitenden Werten von Pflicht und Wahrheit, das Bühnenbild beeindruckte, und das Publikum wurde immer wieder direkt einbezogen. Die Texte wechselten von Goethes Original zu umgangssprachlichen Kommentaren. „Ein Erlebnis der uns eher unbekannten Art" – „schräg", fesselnd, unvergesslich.
Bauhaus-Museum & Museum Neues Weimar
Am Morgen der Abfahrt blieb noch Zeit für die Moderne: Die Reisegruppe teilte sich auf zwei Museen auf: Im Bauhaus-Museum erwartete die erste Gruppe ein kubischer Bau mit flächigen Formen – und Exponate, die einem Möbelhaus im Ausverkauf ähnelten (so ein ehrlicher Schülerkommentar). Dennoch: Der Einblick in die Entstehung des modernen Wohngefühls eröffnete deren Hintergründe: die Frankfurter Küche als Ursprung moderner Küchenplanung aus dem Vorbild des Labors, Stuhl-Modelle für ein neues Sitzgefühl, strenges Lampendesign für den Schreibtisch.
Das Museum Neues Weimar punktete bei der zweiten Gruppe mit Mitmachaktionen: selbst ein Notizbuch binden und prägen, durch Ferngläser in vergangene Zeiten blicken.
Weimar ist Deutschland vom 18. bis 20. Jahrhundert im Brennspiegel; ein Ort, der nachdenklich macht, verzaubert und überrascht – manchmal alles auf einmal. „Weimar inspiriert."




