Wasserzeichen

15.-19.06.26: Berlinfahrt der Klassenstufe 10

Berlinfahrt der Stufe 10Bericht: Georg Gab, Paul Kochert, Tom Greiner (alle 10a), Jana Schwab (10b), Mingtao Liu (10c), Fotos: Herr Mayer, Frau Laux

Vorwort: Die diesjährige Berlinfahrt der 10. Klassen fand vom 15.06. bis 19.06.26 statt. Montag und Freitag waren An- bzw. Abreisetage, die Berichte der restlichen Tage haben die Schülerinnen und Schüler selbst verfasst.

Dienstag

Am Dienstag ging es nach dem ersten richtigen Frühstück im Hotel um neun Uhr zum DDR-Museum an der Karl-Liebknecht-Straße. Auf dem Weg dorthin konnte man außerdem die Spree sehr gut beobachten. Dort angekommen haben sich viele am Eingang eine Pressmünze als Souvenir geholt. Im Museum selbst ging es um die damalige DDR, welche nun seit über dreißig Jahren nicht mehr existiert. Und doch konnte man in diesem Museum sehr viel über diese lernen. Es gab dort zum einen nachgestellte Räume aus DDR-Zeiten, wie zum Beispiel einen Kindergarten oder eine Gefängniszelle und zum anderem zahlreiche Mitmachstationen, die das Museum noch authentischer machten. Dort gab es zum Beispiel ein Entscheidungsspiel, in dem simuliert wurde, wie damals die Wahlen in der DDR abliefen oder ein Spiel, bei dem man Gründe dafür finden musste, wieso die Nationalhymne der DDR nicht mehr gesungen wird. Natürlich gab es noch viel mehr. Es gab auch Vitrinen in denen verschiedenste Waffen, Bilder und auch Kleidung und Werkzeuge aus der DDR gezeigt wurden. Doch die wohl beliebteste Attraktion war der Trabant. Denn in diesen konnte man sich hineinsetzen und einen Fahr-Simulator spielen. Im gesamten war das Museum sehr aufklärend, denn man konnte in diesem sehr viel über die DDR lernen. Vor allem die Mitmach-Stationen machten es sehr spannend und auf keinen Fall eintönig

Nach dem Besuch des DDR-Museums um 9:00 Uhr am Morgen in der Karl Liebknecht-Straße 1 galt es sich für eines von zwei Mittagsprogrammen ab 13:00 Uhr zu entscheiden. Dabei stand einerseits der Besuch des Olympiastadions und andererseits eine Kajaktour auf der Spree zur Auswahl.

1936 erbaut, rund 75000 Plätze, 98 VIP-Logen und eine reiche Geschichte. Das Olympiastadion ist auf jeden Fall einen Besuch wert. So machte sich die Gruppe um Herrn Schweitzer/Mayer vom Alexanderplatz aus mit der S3 auf den Weg in Richtung Westend, wo das Olympiastadion liegt. Empfangen von unserer Stadion-Führerin, begaben wir uns zuerst in die Ostkurve und danach in die VIP-Logen, in denen beispielsweise die englische Königsfamilie das Finale der EM 2024 verfolgte. Nachdem uns ein kleiner Einblick in die lange, spannende Geschichte und in die spektakuläre Architektur des Stadions gegeben wurde, besuchten wir nun die Katakomben. Dieses sogenannte siebenstöckige „Hochhaus" wurde lange nach Bau des Stadions unter den Tribünen errichtet. Dort befinden sich die Umkleidekabinen, darunter auch eine für die NFL Deutschland-Spiele extra für die Indianapolis Colts eingerichtete American-Football-Kabine. Nachdem wir den VIP-Eingang und die riesigen Leichtathletikräume gesehen hatten, ging es dann wieder an die Oberfläche, wo wir eine letzte Runde um das Stadion drehten, bevor wir uns wieder auf den Weg in die Stadt machten. Das Olympiastadion vereint eine fast 100 Jahre alte Architektur mit höchstmoderner Technologie und einem innovativen Lichtsystem.

Parallel dazu konnte man an einer Kajaktour teilnehmen. Zuerst ging es an die Spree, wo alle zusammen von den Gruppenleitern empfangen wurden. Danach gab es einige Trockenübungen zur Technik des Paddelns und des Einsteigens und die Schwimmwesten wurden angelegt. Außerdem teilte sich jeder pärchenweise auf, da ein Kajak immer Platz für zwei bot. So ging es dann auch aufs Wasser, wo erst einmal die Eingewöhnungsphase stattfand. Ziel war es, eine Kette aus allen Kajaks zu bilden, indem man jeweils sein Nachbarkajak an der Seite festhielt. Zudem fanden viele Rennen flussabwärts statt. Einmal in großen Kajakketten, einzeln oder nur mit Händen. Hierbei konnte man sich eine Nation aussuchen und so je nach Platzierung das WM-Orakel bestimmen. Vor dem Rückweg ans Flussufer bildete sich ein Kreis aus allen Kajaks, den die mutigen der Gruppe nutzten um einmal auf allen Kajaks zu balancieren. Schließlich ging es wieder zurück, diesmal flussaufwärts. Letztlich war diese Tour für viele ein lustiges und interessantes Ereignis. Nach der Tour traf man sich wieder mit der anderen Gruppe am Potsdamer Platz wo einige Zeit später schon das nächste Ereignis stattfand. Dort ging es weiter mit dem Besuch im Spionagemuseum ab 17:00 Uhr.

Angekommen am Potsdamer Platz ging es nun für die ganze Stufe ab ins Spionage-Museum. Dort wurde die gesamte Geschichte der Spionage, von altägyptischen Chiffriertechniken über Abhörtechniken aus Zeiten des Kalten Krieges, bis hin zu modernsten digitalen Überwachungsmöglichkeiten erklärt. Insbesondere die Mitmachstationen, an denen man selbst morsen, mit dem Richtmikrofon Gespräche abhören, wie bei Mission Impossible Laserschranken durchqueren und einen Lügendetektortest absolvieren konnte, waren ein Highlight. Das Museum zeigte auf interessante Weise quasi sämtliche Möglichkeiten, die in der Geschichte zur Verschlüsselung von Botschaften und zur Täuschung und Überwachung von Menschen verwendet wurden.

Mittwoch

Unser heutiges Programm in Berlin startete mit einer interessanten Stadtführung. Gemeinsam mit einem Reiseleiter erkundeten wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und historischen Plätze der Hauptstadt. Anschließend wurden wir in verschiedene Gruppen aufgeteilt. Je nach Gruppe besuchten die Schülerinnen und Schüler entweder die Berliner Unterwelten mit einer spannenden Bunkerführung, das Futurium mit seinen Ausstellungen zu Zukunftsthemen oder den Berliner Zoo. Nachdem wir uns wieder als gesamte Gruppe getroffen hatten, folgte der politische Teil des Tages: Ein Besuch der Bundesrates bei dem wir in die Rollen verschiedener Bundesländer schlüpften und über ein wichtiges Thema (Führerschein Nachprüfungen für Personen über 65 Jahre) debattierten, ermöglichte uns einen realistischen Einblick in die Arbeitsweise und Entscheidungsprozesse dieses Verfassungsorgans. Im Anschluss an das offizielle Programm stand uns der Rest des Tages zur freien Verfügung. So hatten wir die Möglichkeit, Berlin in Kleingruppen auf eigene Faust zu erkunden und weitere Eindrücke von der belebten Hauptstadt zu sammeln.

Donnerstag

Zuerst wurden wir durch das Reichstagsgebäude geführt. Von außen hat mich das Gebäude sehr beeindruckt. Es ist groß, historisch und hat die bekannte Glaskuppel auf dem Dach. Anschließend durften wir den Plenarsaal besichtigen. Dort sitzen die Abgeordneten und diskutieren über politische Themen. Der Saal war größer, als ich erwartet hatte. Besonders interessant fand ich den großen Bundesadler an der Wand.

Außerdem haben wir viel über die Aufgaben des Bundestages gelernt. Zum Beispiel haben wir erfahren, wie Gesetze entstehen und welche Rolle die Abgeordneten spielen. Das Gespräch mit Frau Angelika Glöckner ermöglichte es uns auch, die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands und die wichtigsten Probleme, mit denen es in der Zeit nach der Pandemie konfrontiert ist, zu verstehen. Zum Schluss konnten wir die Glaskuppel besuchen. Von dort hatte man einen schönen Blick über Berlin. Das war für mich eines der Highlights des Tages. Insgesamt hat mir der Besuch des Bundestages sehr gut gefallen. Ich habe viele neue Informationen über die deutsche Politik gelernt und fand die Führung spannend.

Am Ende unserer Reise besuchten wir das ehemalige Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen. Dieser Besuch war besonders eindrucksvoll. Während der Führung erfuhren wir, wie die Staatssicherheit in der DDR mit Gefangenen umging. Besonders erschreckend fand ich, dass einige Wärter nicht nur durch körperliche Gewalt, sondern auch durch psychischen Druck Kontrolle ausübten. Sie konnten Menschen durch Isolation, Unsicherheit und gezielte Gespräche beeinflussen. Für die Gefangenen war es oft schwer zu erkennen, ob sie gerade nur unter Druck gesetzt oder bewusst psychisch misshandelt wurden.
Der Unterschied zwischen dem Bundestag und dem Stasi-Gefängnis war für mich sehr interessant. Der Bundestag steht für Demokratie, Freiheit und Mitbestimmung. Das Stasi-Gefängnis erinnert dagegen an eine Zeit, in der viele Menschen ihre Freiheit verloren haben.

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